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Endingen am Kaiserstuhl

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Endingen am Kaiserstuhl

Endingen ist eine alemannische Siedlung, wahrscheinlich aus dem 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. und wurde 862 zum erstenmal urkundlich erwähnt. Ursprünglich waren es drei Siedlungsanlagen: Östlich der Karolingerbesitz mit der St. Peterskirche und Fronhof, der später an das Kloster Andlau im Elsaß überging; dem höher gelegenen südlichen Teil, Ober-Endingen mit der St. Martinskirche, Lehen des Klosters Einsiedeln in der Schweiz; und dem nordwärts gelegenen Niederdorf, das vor einigen Jahrhunderten Ackerfeld wurde, in neuester Zeit aber wieder bebaut worden ist.

Ein Geschlecht der Herren von Endingen hatte das Vogt- und Schultheißenamt; ihr Sitz war die Koliburg oberhalb der Stadt. 1321 wurde diese von den Herren von Üsenberg - mit Unterstützung der Endinger Bürger - zerstört. Die Üsenberger gaben um 1290 Endingen das Stadtrecht und hatten das Vogt- und Schultheißenamt inne, bis 1379 ihr Stamm ausgestorben war und Endingen vorderösterreichisch wurde. Von 1415 - 1428 war es Freie Reichsstadt. 1806 kam Endingen zum Großherzogtum Baden.

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Das heimelige Bild von idyllischem Gepräge ist Endingen erhalten geblieben; es fügt sich beglückend in die fruchtbare Landschaft von Äcker, Reben und Wälder des aus der Rheinebene herausragenden Kaiserstuhls.

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"Vorderösterreich", ein Begriff, der uns kaum noch etwas sagt. Aber "Vorderösterreich", das war hier. Bereits 1368 fielen die Stadt Freiburg und die Landgrafschaft Breisgau in die Hände der Habsburger und zählten sodann zu den Vorlanden: 1790 erstreckte sich das Gebiet mit dem Namen "Vorderösterreich" dann vom südlichen Voralberg bis nach Augsburg und von dort über die Grafschaft Hohenberg bis zur Landvogtei Ortenau.

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Seinen westlichen Abschluß fand das Gebiet mit der Rheingrenze. Erstaunlicherweise gibt es bis heute noch kein Museum, in dem die Geschichte Vorderösterreichs dokumentiert wird und die zahlreichen Forschungsergebnisse der letzten Jahre didaktisch bearbeitet werden.

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Das soll sich nun ändern. In Endingen entstand das erste Vorderösterreich-Museum, mit dem Ziel, die historische Bedeutung der österreichischen Vorlande zu erklären. Für die Habsburger war dieses Stück Land in mehrerlei Hinsicht wichtig: Wirtschaftlich, da man in diesem Gebiet zwei der bedeutendsten Handelswege des Mittelalters kontrollieren konnte: Den von der Nordsee zum Mittelmeer durch das Rheintal über die Alpenpässe und den Weg von Ungarn über die Donaustraße durch die burgundische Pforte in das Pariser Becken.

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Habsburger

Außerdem waren die österreichischem Vorlande wegen ihrer Mittellage militärisch bedeutend, grenzten sie doch an die Schweizer Eidgenossenschaft und an Burgund. "So war jeder Konflikt um die Vorlande zugleich ein europäischer Konflikt, wie auch jede mitteleuropäische Auseinandersetzung Rückwirkungen auf die vorderländischen Besitzungen der Habsburger hatte", erklärt der Stuttgarter Professor Franz Quarthal in seiner Konzeption für das Museum.

Obwohl das Territorium der Habsburger in Südwestdeutschland das größte war, schien es dort für lange Zeit unmöglich die Machtinteressen zu bündeln, wie es in anderen einflußreichen Gebieten bereits geschehen war. Die Vorlande vereinigten sich nie zu einem homogenen Territorium. Reichs- und Konfessionsinteressen verhinderten noch im 16. Jahrhundert die Einheit des Gebiets. Am Ende der Schwabenpolitik des Hauses Habsburg stand dann auch ein herrschaftliches Konglomerat und kein modernes, in sich geschlossenes Fürstentum.

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Maria Theresia

Die Situation besserte sich unter der Herrschaft Maria Theresias und Joseph II. (1740-1790). Sie gestalteten die Vorlande zu einer modernen durchorganisierten Provinz der habsburgischen Erblande. Die Königin paßte das Land dem neuen Staatenbild an: "Die Verwaltung auf staatlicher Seite wurde modernisiert. Wirtchaftsreformen verbessert. Schulen und Universitätetn reformiert. Pfarreien neu reguliert, das Kolsterleben reglementiert, ein Generalseminar für alle Priester eingeführt, die Landstände der staatlichen Aufsicht unterstellt." (Zitat auf einer Erklärungstafel im Museum). Kaiser Leopold II. machte die Reformen allerdings schnell wieder rückgängig und die Kriege mit Frankreich (1792) taten das ihrige. 1805 wurde Vorderösterreich dann wieder abgetreten. Aber erst mit dem Wiener Kongreß (1815) hörten die Bemühungen um die Rückkehr zu Habsburg endgültig auf.

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