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Dorfmuseum Eichstetten

79356 Eichstetten am Kaiserstuhl, Breisgau-Hochschwarzwald

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Eichstetter Dorfmuseum

Die Obst-, Gemüse- und Weinbaugemeinde Eichstetten hat ein schönes Dorfmuseum. Es liegt im Altweg, Haus Nr. 93. Die Einrichtung und Betreuung hat der örtliche Heimat- und Geschichtsverein übernommen. Das Museum wird in lebendige Form betrieben, das heißt: Die Ausstellungen wechseln jährlich.

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An den offiziellen Öffnungstagen von Mai bis November (jeden zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr) finden zum Thema passende Aktionen mit Vorführungen statt.

Das Museumsgebäude geht auf die St. Jakobskapelle zurück, die im Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört wurde. Im Jahre 1341 wird an gleicher Stelle eine "obere Kirche oder Kapelle" erwähnt. 110 Jahre später wird von der "Sankt-Jakobs-Kapelle" gesprochen. 1765 wurde das jetzige Gebäude als Schulhaus errichtet und bis in die 60-er Jahre des letzten Jahrhunderts als solches genutzt.

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1991 wurde das Gebäude saniert und das Dorfmuseum eingerichtet. Dabei fand man einen Schlussstein mit Jakobsmuschel. Dies lässt darauf schließen, dass der St. Jakobspilgerweg entweder hier durchging oder hier ein Zugang dazu war. Ein weiterer bedeutender Fund war ein Bündel mit Akten der badisch-rheinpfälzischen Revolutionstruppen von 1849. Die Dokumente, die unter dem Fußboden des Speichers verborgen waren, wurden an das Generallandesarchiv in Karlsruhe geliefert.

Eröffnet wird die Museumssaison jedes Jahr mit einem Museumshock, wo sich jeder Besucher mit besonderen Spezialitäten aus dem extra hierfür in Betrieb genommenen Lehmbackofen im "Buchhus" verwöhnen lassen kann.

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Lange Zeit war die erste urkundliche Erwähnung Eichstettens auf das Jahr 1052 n. Chr. datiert. Am 6. Dezember in jenem Jahr ließ der Edelfreie Hesso in dem Bereich, in dem die Ortskirche steht, von einem Konstanzer Bischof eine Kirche zu Ehren der heiligen Maria St. Petrus und aller Heiligen weihen.

Eichstetten ist aber wesentlich älter. Die ersten archäologischen Funde stammen aus der Steinzeit (Feuersteinklingen und Steinbeile).

Heimat- und Geschichtsverein Eichstetten: Besprechung.

Besonders bei Flurbereinigungen im westlichen Gemarkungsteil wurden steinzeitliche und bronzezeitliche Siedlungsspuren gesichert. In etlichen Baugruben im Neubaugebiet Dorfgraben fand man urnenfelderzeitliche Scherben.

Die Überreste einer "villa rustica", eines römischen Gutshofes, im Gewann Kaltenbrunnen zeigen, dass die Eichstetter Gemarkung auch um die Zeit 300 n. Chr. besiedelt war. In einer Quellfassung im gleichen Gewann wurde eine Münze des römischen Kaisers Vespasian gefunden.

Bei den großen Flurbereinigungsarbeiten im jahre 1975 wurde auf dem Wannenberg, einer Anhöhe nördlich des Ortszentrums, ein alamannisches Gräberfeld aus der Zeit um 600 n. Chr. (merowingisch-fränkisches Reich) mit 272 Gräbern entdeckt. Über diese Ausgrabungen wurde im Jahre 2001 vom Landesdenkmalamt eine umfangreiche Dokumentation veröffentlicht.

Dieses Gräberfeld ließ darauf schließen, dass eine größere Ansiedlung schon um diese Zeit bestanden hat. Bei der Aufarbeitung der Ortsgeschichte zu Band I der Ortschronik (JUngsteinzeit bis 1800) hat man dann eine erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 737 des Etichonenklosters Murbach im Elsass gefunden.

Am 27. August 1416 wurde Eichstetten badisch und erhielt am 10. August 1418 das Marktrecht. Auch heute noch findet im Frühjahr und im Herbst ein Jahrmarkt statt.

Auf der Eichelspitze wurden kürzlich mittelalterliche Funde zum Alltagsleben der dort lebenden Eremiten freigelegt. Darunter befinden sich Ofenkacheln mit Reliefverzierung, Pilgermünzen, Werkzeuge und Geräte und sogar eine Maultrommel.

Als markgräflich badischer Ort wurde Eichstetten nach der Reformationszeit im jahre 1556 evangelisch. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war das Dorf fast ausgestorben. Die Zahl der bewohnbaren Häuser hatte sich um 52 Prozent verringert, die alteingesessene Bevölkerung um 85 Prozent. 1659 wurden nur 110 Menschen registriert.

Um 1849 erreichte der Ort mit 2860 Einwohnern einen Höchststand im 19. Jahrhundert. In den schwierigen Jahren um 1850 schrumpfte die Bevölkerung stark durch Auswanderung nach Amerika.

Eine recht bedeutende jüdische Gemeinde war im 18. Jahrhundert durch Zuwanderung entstanden. Die meisten jüdischen Einwohner gab es im Jahre 1867 (427). Im Jahre 1937 waren 30jüdische Familien in Eichstetten ansässig. Die Synagoge wurde 1830 erbaut, am 9. November 1938 von auswärtiger SA und SS in Brand gesteckt und dann abgerissen.

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