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Sehenswürdigkeiten in Bötzingen

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St. Albanskapelle

In den Jahren 1473/74 war Bötzingen besonders schwer von der im ganzen Breisgau wütenden Pest betroffen. Die Menschen starben scharenweise. Auf einer Grabplatte war bis in jüngere Zeit zu lesen: „Ist es nicht eine große Plag, 99 in einem Grab.“ In ihrer Ausweglosigkeit suchten die Bewohner des Ortes letzte Zuflucht bei Gott. Sie legten das Gelübde ab, zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit und des heiligen Alban, Patron gegen die Pest, eine Kapelle zu errichten, wenn sie vor noch größerem Schaden durch die schreckliche Seuche verschont blieben. Im Herbst 1473 erbaten sie vom Bischof in Konstanz die Erlaubnis zum Almosensammeln für ihr Vorhaben. Spätestens im Sommer 1481 war die Kapelle erstellt, wie aus der Stiftung einer „ewigen Frühmesspfründe“ hervorgeht. Kurze Zeit später wurden die Wandmalereien angebracht.

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Der Innenraum der St. Albanskapelle hat im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Veränderungen erfahren: Die Fresken wurden gegen Ende des 16. Jahrhunderts übertüncht. Der Altar erhielt einen barocken Aufbau mit drei Holzplastiken, darunter die spätgotische Madonna, die jetzt am linken Seitenaltar steht. Ein weiterer Aufsatz auf dem Altaraufbau enthielt die Figuren der Heiligsten Dreifaltigkeit, die heute in der Pfarrkirche über der Kanzel zu sehen sind.

Um die St. Albanskapelle (nach ihrer Entstehung auch „Pestkapelle“ genannt) vor dem Zerfall zu bewahren, ging man 1961 an eine gründliche Renovation, ohne allerdings zu ahnen, welche Kostbarkeiten die Wände verborgen hielten. Zunächst wurde das Mauerwerk entfeuchtet, dann der Dachstuhl mit dem Türmchen nach alten Maßen neu aufgerichtet. Schließlich suchte man „der Sorgfalt halber, wie es einem solchen alten Bauwerk gebührt“, auch nach etwaigen Wandbemalungen. Dass die Suche erfolgreich war, kann der Betrachter seit Abschluss der Renovation im Jahre 1965 feststellen.

Im einzelnen sind folgende Darstellungen zu sehen: An der Decke im Chor Christus, umgeben von den Evangelistensymbolen. An der linken Chorwand die Krönung Mariens, darüber musizierende Engel. Über dem Chorbogen Pestengel bzw. Dämonen, die Pfeile (Symbole für den Erreger der Pest) abschießen. Links darunter die heilige Ursula mit ihren Gefährtinnen in einem Boot und heidnische Pfeilschützen. Über dem rechten Seitenaltar die heilige Gottesmutter mit den Heiligen Rochus und Sebastian (beides Patrone gegen die Pest). Über dem Seiteneingang sowie neben dem linken Seitenaltar Bilder aus der Lebensbeschreibung des heiligen Alban (als Priester in Mainz im Jahre 406 von den Vandalen ermordet). Zwischen den beiden großen Fenstern die überlebensgroße Gestalt des heiligen Mauritius (Hinweis auf das Patronat des Deutschen Ordens, dem damals die Pfarrei gehörte). Dem gegenüber sind neun Bildern aus dem Leben des heiligen Sebastian.

Am hinteren Teil der Seitenwände: links Christus mit den Aposteln am Ölberg, Judas (in gelb, der Farbe der Falschheit) wendet sich ab zum Verrat; rechts Christus auf dem Kreuzweg. Über dem Eingang Christus am Kreuz mit Maria und Johannes. Neben dem Eingang („Westen“) die bösen Geister. – Die noch nicht erwähnten Gemälde sind in ihrer Bedeutung noch nicht erkannt.

Das am Hauptaltar aufgerichtete lebensgroße Kreuz („Pestkreuz“) stammt aus der Zeit der Erbauung der Kapelle. Die ornamental-symbolischen Fenster im Chor wurden 1964 von Prof. Anton Wendling entworfen. Beim Betreten der Kapelle ist in einer Nische über dem Portal der heilige Alban als Steinplastik zu sehen, das Haupt vor sich hertragend. Die Türsturzplatte enthält als Relief das Antlitz Christi auf dem Schweißtuch der Veronika, das von zwei knieenden und am ganzen Körper gefiederten Engeln gehalten wird.

St. Laurentiuskirche

Die Gründung der Pfarrkirche St. Laurentius geht wahrscheinlich bis in fränische Zeit (8. Jahrhundert) zurück. Der jetzige Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die ältesten Teile sind der Turm, der als Wehrturm (romanisch, Obergeschoss gotisch) erbaut wurde, sowie der gotische Chor. Das Langhaus wurde 1786 bis 92 neu gebaut. 1934 und 1960 wurde die Kirche genoviert. Die Figuren am Hochaltar zeigen in der Mitte die heilige Gottesmutter mit Kind (15. Jahrhundert), links den heiligen Laurentius, rechts den heiligen Georg. Über der Kanzel ist die Heiligste Dreifaltigkeit (aus der St. Albanskapelle) zu sehen, am Seitenaltar der heiligen Papst Urban, Patron der Winzer.Die Farbglasfenster im Chor wurden 1969 nach Entwürfen des Kunstmalers Martin Feuerstein angebracht. Sie beinhalten Szenen aus dem Leben Jesu und der Predigt der Apostel Petrus und Paulus.

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